Wer vor 3 Jahren "Das Spiel vom Sterben des Hl. Emmeram" gesehen hat, erinnert sich noch an die Tragödie um den Opfertod des aus Poitiers (Südfrankreich) stammenden Wanderbischofs.

Auf dem Weg zur Missionierung der Awaren wurde er vom Agilolfinger Theodo an den Hof in Regensburg geholt um die Bajuwaren zu christianisieren und mit Hilfe der nun erstarkenden römischen Kirche seine eigene Macht zu festigen. In seiner Eigenschaft als Beichtvater bat ihn die Herzogstochter Uta um Hilfe. Sie erwartete ein Kind aus einer absolut unstandesgemäßen Beziehung und fürchtete um ihr Leben. Emmeram nahm die Vaterschaft auf sich und reiste in der Hoffnung, Uta und ihren Buhlen zu retten, nach Rom ab. Utas Bruder Lantpert aber, der den christlichen Glauben nicht annehmen wollte, weil er noch immer auf die Stärke der germanischen Götter vertraute, sah die Herrschaft seiner Familie, vor allem seine eigene Thronfolge, durch die vermeintliche Vaterschaft des Bischofs in Gefahr. Er verfolgte Emmeram, stellte ihn in Helfendorf und ließ ihn zu Tode martern. Emmeram hatte sich in der Nachfolge Christi für fremde Schuld geopfert.

Da Bayern christianisiert wurde, Emmeram im Volk so sehr verehrt wurde, dass der Marterstein für viele Jahre einer der wichtigsten Wallfahrtsorte in Bayern war, scheint sein grausamer Tod nicht sinnlos gewesen zu sein. Der Stein mit der Figurengruppe und der drastisch grausamen Marterdarstellung beeindruckt uns heute noch immer stark, wenn wir unmittelbar davor stehen. Hat sein Opfer aber wirklich die Geisteshaltung der Menschen verändert?