1. Teil

Im heutigen Spiel knüpft der Autor direkt an die beeindruckende Schlussszene der Marter an. Mit einem Kunstgriff des Theaters lebt Emmeram weiter und begibt sich auf eine Reise durch die Zeit - bis heute. Schon zu Beginn wird deutlich, dass niemand den ersten Teil gesehen haben muss, um den zweiten zu verstehen. Sie ergänzen sich, sind aber in sich selbstständig.

Emmeram selbst wird im Zwiegespräch mit der Erzählerin die Geschehnisse und ihre Wirkungen erfahren und deuten. Er muss sehen, dass sich unmittelbar nach der Mordtat trotz seines Opfers bei den Zeugen des Geschehens Böswilligkeit unter Mitleid und Angst mischt. Am Hofe erfährt man von Lantperts Tat, der glaubt, die Schmach getilgt und damit der Familie einen Dienst erwiesen zu haben. Er muss erleben, dass sich die Prophezeihung der Erzählerin erfüllt: "Das Schwert hat Macht, doch niemals Heil!"

In einem Zeitsprung von 70 Jahren erleben wir im Jahre 750 die Seligsprechung Emmerams in Regensburg. Endlich scheint Emmeram Gerechtigkeit zu widerfahren - doch in einer Auseinandersetzung am Rande zeigt sich der alte Standesdünkel, Emmeram kann nicht eingreifen. Um 1350, 600 Jahre später auf seiner Zeitreise muss Emmeram in der Heiligenverehrung am Marterstein erkennen, dass er noch immer nicht verstanden, ja missbraucht wird.

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